NarbenkorrekturSehr verehrte Dame, sehr geehrter Herr, Sie möchten sich über Methoden und Möglichkeiten der plastisch-chirurgischen Narbenkorrektur informieren. Mit Sicherheit haben Sie eine ganze Reihe von Fragen zu der Behandlung. Im Folgenden werden Ihnen verschiedene Verfahren der Narbenkorrektur prinzipiell erläutert. Darüber hinaus erfahren Sie, was vor und nach der Narbenkorrektur zu beachten ist. Bitte bedenken Sie, dass diese Ausführungen nur sehr allgemein gehalten sein und lediglich erste Informationen vor der individuellen Behandlung Ihrer Narben geben können. Die eingehende Beratung durch mich als die Plastischen Chirurgin Ihres Vertrauens kann und soll sie selbstverständlich nicht ersetzen.
Wie finde ich den geeigneten Arzt?Als Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurge verfüge ich über die richtige Ausbildung und langjährige Praxis sämtlicher Methoden und Techniken der Narbenkorrektur. Schon im Vorfeld, bei Beratung und Aufklärung sowie der Wahl des für Sie bestgeeigneten Verfahrens, sind dieses spezielle Können und große Erfahrung als Grundlagen für ein optimales Ergebnis entscheidend wichtig. Wesentlich ist auch, dass Sie Vertrauen zu mir als Ihrer behandelnden Ärztin aufbauen können, da dies die unabdingbare Basis für eine harmonische Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient bildet. Ihrerseits ist es wichtig, sich klar zu machen, welche Veränderung Sie von der Behandlung erwarten.
Die typischen Probleme... und ihre LösungSichtbare Narben können nach Verletzungen und anderen Unfällen wie Verbrennungen entstehen. Auch nach Operationen sind Narben unvermeidlich. Das Aussehen einer Narbe ist ebenso von der persönlichen Veranlagung zur Wundheilung wie von der Art der Verletzung abhängig. Bei Operationen kann durch geeignete Schnitt- und Nahttechnik eine möglichst unauffällige Narbenbildung angestrebt werden. Auf die Narbenbildung nehmen einige verschiedene Faktoren Einfluss. Dazu gehören die Tiefe der Wunde, die Blutversorgung des Wundgebietes, Dicke und Farbe Ihrer Haut, und der Verlauf der Narbe in Relation zu den Faltlinien der Haut. Saubere, glatte Wundränder, wie sie bei Operationen entstehen, heilen leichter als stumpfe, womöglich gezackte oder gequetschte Wundränder, wie sie bei stumpfen Verletzungen auftreten können. Während unstrittig ist, dass Narben nicht vollständig entfernt werden können, gelingt es erfahrenen Plastischen Chirurgen häufig die Narben zu verstecken und zu verbessern. Neben der Verwendung von Medikamenten gibt es etablierte operative Verfahren für die Narbenkorrektur, die bei ihrem individuellen, sorgfältig überlegten Einsatz zu guten Ergebnissen führen. Im Folgenden werden die häufigsten Problembereiche und relevante Behandlungsansätze in wesentlichen Grundzügen dargestellt. Keloide Juckendes, übermäßig wucherndes Narbengewebe, das über die Narbengrenzen hinauswächst, wird als Keloid oder Narbenkeloid bezeichnet. Häufig sind Keloide rötlich oder zumindest dunkler als die umgebende Haut. Keloide wachsen auch nach Abschluss der Wundheilung weiter. Keloide können überall am Körper auftreten, bevorzugte Körperstellen sind jedoch Ohren, Schultern und der obere Brustbereich. Sei treten bei dunkelhäutigen Menschen häufiger auf als bei hellhäutigen. Die Neigung zur Keloidbildung nimmt mit dem Alter ab. Die Behandlung durch regelmäßige Kortikosteroid-Injektionen direkt in das Keloidgewebe vermindert die Beschwerden wie Rötung, Juckreiz und Brennen und kann sogar zur Verkleinerung der Narbe führen. Wenn die Injektionsbehandlung nicht ausreicht, kann das Narbengewebe komplett entfernt werden. Dies erfolgt in der Regel ambulant unter örtlicher Betäubung. Man kann innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder am Arbeitsplatz sein. Selten wird eine kleine Hautverpflanzung zur Deckung des entstehenden Hautdefektes erforderlich, die jedoch zu einer neuen Keloidbildung am Ort der Hautentnahme führen kann. Da Keloide sehr häufig wiederkehren, manchmal größer als zuvor, müssen kombinierte Verfahren wie eine chirurgische Narbenentfernung mit einer Injektionsbehandlung oder Bestrahlung angewendet werden. Druckverbände alleine oder in Kombination mit Silikonfolien, die über ein ganzes Jahr angelegt werden müssen, können ebenfalls ein Wiederauftreten verzögern. Trotzdem ist eine wiederholte Behandlung eher die Regel als die Ausnahme. Hypertrophe NarbenÄhnlich wie ein Keloid sieht das dicke, rötliche, erhabene Narbengewebe bei der hypertrophen Narbe aus. Hypertrophe Narben verbleiben allerdings im Bereich der ursprünglichen Wundgrenzen und wuchern nicht darüber hinaus. Durch eine Behandlung mit Kortikosteroiden kann die Selbstheilungstendenz der hypertrophen Narbe unterstützt werden. Die Heilungsphase kann allerdings ein Jahr dauern. KontrakturenVerletzungen der Haut wie beispielsweise Verbrennungen, die zum Verlust von Gewebe führen, können eine feste, zusammengezogene Narbe erzeugen, die als Kontraktur bezeichnet wird. Die Kontraktur kann angrenzende Sehnen und Gelenke mit einschließen und damit die normale Gelenkfunktion beeinträchtigen oder aufheben. Zur operativen Behandlung wird häufig eine Entfernung der Narbe mit nachfolgender Deckung des Defekts durch eine Hautlappenplastik (z. B. Verschiebelappen oder Z-Plastik) oder ein Hauttransplantat notwendig. Außerdem können Techniken wie die Hautdehnung durch implantierbare Expander eingesetzt werden. Häufig muss nach der Auflösung der Kontraktur in einem Gelenk bis zur Wiederherstellung der normalen Funktion eine krankengymnastische Therapie angeschlossen werden. Narben im GesichtsbereichIm Gesichtsbereich werden auch nicht hypertrophe Narben oft als kosmetisches Problem betrachtet. Verschiedene Verfahren werden eingesetzt, um Narben im Gesichtsbereich weniger auffällig zu machen. Liegt die Narbe quer zu den natürlichen Hautlinien, kann eine Verlagerung entlang dieser Spannungslinien (z. B. durch eine Z-Plastik) bereits zu einer deutlichen Verbesserung führen. Andere Narben im Gesicht können durch Dermabrasion gemildert werden. Bei der Dermabrasion werden mit einem speziellen, hochfrequenten Schleifgerät die obersten Hautschichten entfernt. Durch die Dermabrasion wird die Hautoberfläche egalisiert, die Narbe jedoch nicht völlig unsichtbar. Z-PlastikDie Z-Plastik ist eine plastisch-chirurgische Methode zur besseren Einpassung einer Narbe in die natürlichen Spannungslinien der Haut. Auch bei Kontrakturen kann eine Entspannung des Gewebes und damit eine deutliche Verbesserung des Aussehens wie auch der Funktion erreicht werden. Ob eine Z-Plastik zur Behandlung einer individuellen Narbe geeignet ist, ist der Beurteilung durch einen erfahrenen Spezialisten der Plastischen Chirurgie vorbehalten, da die Z-Plastik nicht für alle Narben die geeignete Behandlungsmethode darstellt. Für die Z-Plastik werden nach der Exzision der Narbe dreieckige Hautlappen in einem Winkel von etwa 45¡ zum Narbenverlauf angelegt. Durch Verlagerung der Lappenspitzen (Zeichnung) entsteht als Ergebnis eine Z-förmige Narbenlinie, die mit feinen Nähten verschlossen wird. Kleine Z-Plastiken werden meist ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Durch die Z-Plastik werden Narben weniger auffällig, völlig verschwinden können sie nicht. Hauttransplantation und LappenplastikZur optimalen plastisch-chirurgischen Versorgung größerer Narbenbereiche können Hautlappenplastiken und Hauttransplantationen erforderlich werden. Häufig wird ein Aufenthalt in einer Klinik notwendig, und je nach geplantem Eingriff kann eine Vollnarkose sinnvoll sein. Die Heilungsph ase kann mehrere Wochen dauern und häufig werden stützende Verbände und Bandagen erforderlich. Die Hautverpflanzung umfasst die Entnahme gesunder Haut von einer geeigneten Körperstelle zur Deckung des Defektes an der verletzten Körp erstelle. Meist ist die Verpflanzung der eigenen Haut erfolgreich und die Haut wächst unter Einsprossung von Blutgefäßen an der neuen Stelle an. Ei ne Hautverpflanzung ist mit der Entstehung von Narben an der Entnahme - und der Empfangsstelle verbunden. Als ein weiteres komplexes Verfahren steht die Anlage einer Lappenplastik in jeweils individuell angepasster Form zur Verfügung. Dabei wird die Haut mit dem darunter liegenden Gewebe, falls nötig auch mit Muskelgewebe, von einer gesunden Körperstelle zur Deckung des verletzungsbedingten Defektes verpflanzt. Die Blutversorgung der Lappenplastik kann entweder durch geeignete lokale Verschiebung erhalten bleiben oder bei entfernterem Einsatz durch eine gleichzeitige mikrochirurgische Verpflanzung von Blutgefäßen gewährleistet werden. Hauttransplantationen und Lappenplastiken können zur Funktionsverbesserung in einem großflächigen Narbengebiet gute Dienste leisten, die kosmetischen Ergebnisse können jedoch teilweise weniger befriedigend sein, da die verpflanzte Haut in Farbe und Beschaffenheit von der Umgebung abweichen kann. Im Allgemeinen führt der Einsatz von Lappenplastiken aber zu besseren kosmetischen Ergebnissen als die Hauttransplantation.
Welche Risiken hat eine Narbenkorrektur?Wenn Ihre Operation von einem erfahrenen, qualifizierten Plastischen Chirurgen vorgenommen wird, sind Komplikationen selten und in der Regel für ein dauerhaft gutes Ergebnis unbedeutend. Dennoch gibt es bei jeder Operation allgemeine Risiken, die durch die Operation selbst bedingt sind, und spezifische Komplikationen, die mit der Eigenheit des Eingriffs verbunden sind. Wie bei jeder Operation können nach einer Narbenkorrektur im operierten Gebiet Blutergüsse und Schwellungen auftreten, die in der Regel von selbst abheilen. In äußerst seltenen Einzelfällen kann eine Drainage des Blutergusses erforderlich sein. Infektionen des Wundgebietes sind sehr selten und können in der Regel durch eine geeignete Antibiotikatherapie vollständig zur Abheilung gebracht werden. In sehr seltenen Fällen kann es jedoch notwendig sein, die Infektion chirurgisch zu sanieren. Eine unerwünschte Reaktion im Sinne einer Allergie oder Unverträglichkeit gegenüber den für die Anästhesie verwendeten Substanzen kann in sehr seltenen Fällen auftreten. Daher sind Fragen zu vorhergehenden Operationen und eventuell aufgetretenen Komplikationen wichtig. Insgesamt gesehen ist die Narbenkorrektur eine sehr komplikationsarme Operation mit einem hohen Grad an Effizienz und Sicherheit.
Vor der Operation die Information!Vor jeder ärztlichen Behandlung steht eine umfassende Aufklärung des Patienten über den geplanten Eingriff und seine Risiken durch den behandelnden Arzt. Es kann für Sie hilfreich sein, sich Ihre Fragen vorher zu notieren. Scheuen Sie sich nicht, alles zu fragen, was Sie interessiert. Informieren Sie sich, gegebenenfalls telefonisch oder bei einem weiteren Vorbesprechungstermin, wenn Probleme offen geblieben sind. Die Einverständniserklärung ist ein Dokument, in dem Ihre persönlichen Daten, die geplante Behandlung und alle angesprochenen Komplikationen festgehalten werden. Mit Ihrer Unterschrift wird gewährleistet, dass Sie die entsprechende Aufklärung erhalten haben und mit Ihrer Behandlung oder der Ihres Kindes unter Kenntnis der allgemeinen und besonderen Risiken einverstanden sind.
Was ist vor der Narbenkorrektur zu beachten?Sie sollten gerade vor einem geplanten operativen Eingriff möglichst in optimaler gesamtgesundheitlicher Verfassung sein. Schränken Sie bitte Nikotin- und Alkoholkonsum auf ein Minimum ein. Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein, besprechen Sie die Einnahme im Detail mit Ihrem Operateur. Die Einnahme hormonhaltiger Medikamente (Pille, Hormonersatzpräparate) ist gegebenenfalls vorübergehend einzustellen. Auf jeden Fall sollten Sie mindestens sieben Tage vor dem Eingriff kein Aspirin oder ähnliche Medikamente einnehmen. Immer in Absprache mit Ihrem Operateur kann es nach größeren Eingriffen in Vollnarkose geraten sein, freie Tage nach der Operation einzuplanen, wenn abzusehen ist, dass Sie körperlich noch eingeschränkt sein werden.
Wo findet die Operation statt?Narbenkorrekturen können meist ambulant, in örtlicher Betäubung, in einer geeigneten Klinik, Tagesklinik oder speziell eingerichteten Plastisch-Chirurgischen Praxis vorgenommen werden. Für größere operative Vorhaben zur Narbenkorrektur kann ein kurzstationärer Aufenthalt von einigen Tagen in der Klinik erforderlich sein. Damit ist überdies eine postoperative Überwachung durch geschultes medizinisches Personal gewährleistet.
Was für eine Narkose wird bei einer Narbenkorrektur angewandt?Die Narbenkorrektur kann in der Regel in Lokalanästhesie mit Einspritzung von örtlichem Betäubungsmittel erfolgen. Bei größeren Eingriffen, insbesondere bei Lappenplastiken, kann eine Vollnarkose notwendig sein. Selbstverständlich werden auch in dieser Frage Ihre Wünsche mit berücksichtigt. Bei örtlicher Betäubung wird zusätzlich ein Beruhigungsmittel (entweder als Tablette oder als intravenöse Injektion in die Armvene) gegeben, welches eine Art Dämmerschlaf hervorruft. Man ist wach, aber entspannt und schmerzunempfindlich. Eventuell kann bei Manipulationen im Operationsgebiet ein Ziehen oder ähnliches spürbar sein. Bei einer Vollnarkose schlafen Sie während der gesamten Operation. Vor der Operation klärt ein Narkosearzt (Anästhesist) die Narkosefähigkeit. Der Anästhesist ist während der gesamten Operation anwesend und steuert die Narkose.
Was ist nach der Narbenkorrektur zu beachten?Nach der Narbenkorrektur in örtlicher Betäubung fühlen Sie sich bereits einige Stunden nach der Operation je nach Tätigkeit wieder normal einsatzfähig. Da Art, Ausmaß und Lokalisation der Narbenkorrektur sehr unterschiedlich sein können, sind allgemeingültige Tipps für das Verhalten nach der Operation schwer zu formulieren. Leichte Schmerzen, später ein Ziehen und Brennen bei der Heilung das Wundgebietes sind nicht ungewöhnlich. Üblicherweise können diese Beschwerden durch Ruhigstellung und geeignete Medikamente behoben werden. Der Verband sollte selbstverständlich genau gemäß der Anweisung des Arztes getragen werden. Die Hautnähte werden in der Regel nach einer Woche entfernt. Sogenannte "Narbensalben" sollten Sie nie ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt anwenden. Er/Sie wird Ihnen eine stadiengerechte Nachsorge empfehlen. Das endgültige Ergebnis der Narbenkorrektur ist abhängig von Art, Größe und Verlauf der Narbe, von der individuellen Wundheilung sowie auch von der postoperativen Schonung und geeigneten Narbennachbehandlung. Es kann bis zu einem Jahr dauern, bis die Narbe so weit ausgereift ist, dass das endgültige Ergebnis feststeht.
Ihr neues AussehenBei richtiger Indikationsstellung und realistischer Erwartung sind die allermeisten Patienten sehr zufrieden und glücklich mit dem erreichten Ergebnis. Die Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes trägt in der Folge auch zu erhöhter Selbstzufriedenheit und gesteigertem Selbstwertgefühl bei.
Kann eine Narbenkorrektur wiederholt werden?Prinzipiell ist es in fast jedem Fall möglich, eine Narbenkorrektur zu wiederholen. Gelegentlich kann es sinnvoll sein, eine Korrektur in mehreren Schritten zu planen um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Regelmäßige Kontrollen bei Ihrem Plastischen Chirurgen helfen eventuell auftretende Komplikationen frühzeitig aufzudecken und zu behandeln. Falls Probleme auftreten, so kann im Einzelfall abgewogen werden, welche korrigierenden Maßnahmen ergriffen werden.
Die KostenfrageDie Narbenkorrektur dient im Allgemeinen zur Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes, weshalb die Kosten für die Operation in der Regel von den Krankenversicherungen nicht übernommen werden. Bei der Narbenkorrektur aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen jedoch werden die Kosten häufig ganz oder teilweise von der Krankenversicherung getragen. |










