Welche Risiken hat die Bruststraffung?
Die Bruststraffung ist keine einfache Operation, aber allgemein mit niedrigen Risiken verbunden. Wie bei allen operativen Eingriffen sind jedoch Komplikationen nicht vollständig auszuschließen und im Einzelfall nicht immer vorhersehbar. Die möglichen Komplikationen werden am besten in einem persönlichen Gespräch zwischen Ihnen und dem Operateur besprochen.
Wie bei jeder anderen Operation können Blutergüsse und Schwellungen auftreten. Nur in seltenen Fällen müssen diese durch eine entlastende Operation behoben werden, in der Regel heilen diese jedoch nach einigen Tagen bis Wochen von selbst ab.
Selten sind Infektionen des Wundgebiets und Wundheilungsstörungen mit einem Auseinanderweichen der Nahtränder, die zu einer späteren Verbreiterung der Narben führen können. Meist spielen Faktoren eine Rolle, die im Gespräch vor der Operation ausführlich behandelt werden, wie beispielsweise die verzögerte Heilung bei Zuckerkranken, Rauchern und Patienten mit Blutgerinnungsstörungen. Die verzögerte Heilung der Nähte beeinträchtigt in der Regel die neue Brustform nicht. Eine eventuelle Narbenverbreiterung kann durch eine kleine spätere Korrektur ausgeglichen werden.
Vorübergehend kann eine Taubheit der Haut im Operationsgebiet und der Brustwarze auftreten, die durch die Durchtrennung feiner Hautnerven bedingt ist. Im Verlauf der Heilung kehrt im Allgemeinen die Sensibilität zurück. Es kann jedoch in Einzelfällen sein, dass sich die Taubheit im Bereich der Brüste oder Brustwarzen nicht komplett zurückbildet. Die Brustwarze kann in seltenen Fällen später keine Gefühlsempfindung mehr haben.
Alle Operationen hinterlassen bleibende, mehr oder weniger sichtbare Narben. Auch bei der Bruststraffung werden Narben zurückbleiben. Über den Verlauf der Narben wird Sie Ihr Plastischer Chirurg aufklären.
Beide Brüste sind vor und nach einer Operation nie vollkommen symmetrisch. Die Operation soll eine bestmögliche Symmetrie herstellen. Manchmal kann es vorkommen, dass die Form und Größe der Brust oder die Position der Brustwarzen nicht vollkommen symmetrisch ist. Sollte dies auffällig sein, muss eventuell ein Korrektureingriff zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
Vor der Operation die Information!
Vor jeder Operation steht die umfassende Aufklärung durch den behandelnden Arzt. Es kann hilfreich sein, sich einige Fragen vorher zu notieren. Scheuen Sie sich nicht, alles zu fragen, was Sie interessiert. Fragen Sie auch, gegebenenfalls telefonisch, zu einem späteren Zeitpunkt oder bei einem weiteren Vorbesprechungstermin nach, wenn noch Unklarheiten bestehen.
Die Einverständniserklärung ist ein Dokument, in dem Ihr Name und Geburtsdatum, die Art der Operation und alle angesprochenen möglichen Komplikationen festgehalten werden. Mit Ihrer Unterschrift wird gewährleistet, dass Sie die entsprechende Aufklärung erhalten haben und mit der Operation unter Kenntnis der Risiken einverstanden sind.
Wie bereite ich mich auf die Operation vor?
Abhängig von Ihrem Alter und Ihrem familiären Risiko kann es sein, dass Ihr Arzt Sie bittet, vor der Operation eine Mammographie zum Ausschluss von Knoten in den Brüsten anfertigen zu lassen.
Vor einem planbaren operativen Eingriff sollten Sie in möglichst guter gesamtgesundheitlicher Verfassung sein. Bitte schränken Sie den Alkohol- und Nikotinkonsum auf ein Minimum ein. Rauchen verschlechtert nachweislich die Mikrodurchblutung auch des Operationsgebietes. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert das Rauchen mindestens zwei Wochen vor und zwei Wochen nach der Operation zu vermeiden.
Die Einnahme hormonhaltiger Medikamente (Antibabypille, Hormonersatzpräparate) ist gegebenenfalls vorübergehend einzustellen. Auf keinen Fall dürfen Sie Aspirin oder acetylsalicylsäurehaltige Medikamente mindestens 14 Tage vor dem Eingriff zu sich nehmen.
Für mindestens eine Woche nach Ihrer Operation sollten Sie sich von Ihren beruflichen und privaten Pflichten befreien. Sollten Sie den Vorzug genießen, dass sich in der Zeit nach der Operation jemand um Sie kümmern kann, besprechen Sie mit dieser Person vor allem das Kapitel postoperative Ratschläge.
Es ist ratsam, sich auch in den Tagen unmittelbar vor der Operation nicht allzu viel vorzunehmen, um diese seelisch und körperlich ausgeruht angehen zu können. Falls Sie in der Zeit vor der Operation noch Fragen und Zweifel haben, rufen Sie bitte Ihren Operateur an.
Wo findet die Operation statt?
In der Regel ist ein kurzer, ein- bis zweitägiger stationärer Aufenthalt in einer Klinik sinnvoll, insbesondere wenn Vorerkrankungen eine ärztliche Überwachung erforderlich machen. Die Operation kann in manchen Fällen auch ambulant durchgeführt werden, wobei Sie zwar eine postoperative Ruhephase einhalten, dann aber nach Hause dürfen. Keinesfalls sollten Sie jedoch selbst Auto fahren.
Was für eine Narkose wird angewandt?
Bruststraffungen werden meist in Vollnarkose vorgenommen, so dass Sie während der gesamten Operation schlafen. Dafür werden Sie vor der Operation von einem Narkosearzt (Anästhesisten) untersucht, um Ihre Narkosefähigkeit zu klären. Der Anästhesist ist während der gesamten Operation anwesend und steuert die Narkose.
Bei ausgewählten Patientinnen steht als Alternative zur Vollnarkose die Lokalanästhesie (Einspritzen von örtlichem Betäubungsmittel) zur Verfügung. Bei der örtlichen Betäubung erhalten Sie zusätzlich ein Beruhigungsmittel (entweder als Tablette oder als intravenöse Injektion in die Armvene), das Sie in eine Art Dämmerschlaf versetzt. Sie sind somit wach, aber entspannt und schmerzunempfindlich. Hierbei kann es jedoch sein, dass Sie während der Operation ein Ziehen oder Ähnliches spüren.
Und wie läuft die Operation ab?
Eine Bruststraffung dauert meist zwischen anderthalb bis dreieinhalb Stunden. Die Techniken können variieren; für die am häufigsten angewendete Methode wird die Neuformung des erschlafften Gewebes mit einer Verlagerung der Brustwarze nach oben und evtl. einer Verkleinerung der Brustwarze kombiniert. Falls Sie zusätzlich ein Implantat erhalten, wird es ohne zusätzliche Hautschnitte in eine Tasche auf oder unterhalb der Brustmuskulatur platziert.
Je nach Ausmaß der Brusterschlaffung kommen verschiedene Techniken zur Anwendung. Diese unterschiedlichen Techniken machen sich für Sie v.a. in den unterschiedlichen resultierenden Narben bemerkbar. Diese können folgendermaßen aussehen:

Postoperative Ratschläge:
Was ist nach der Bruststraffungsplastik zu beachten?
Ihre Brüste werden in den ersten Tagen empfindlich und geschwollen sein. Kühlende Maßnahmen können in den ersten Tagen helfen die Schwellung zu verringern.
Leichte Schmerzen im Wundgebiet sind normal und können in der Regel durch Medikamente gut behoben werden.
Nehmen Sie Ihre Medikamente bitte genau nach Anweisung ein.
Bei plötzlich auftretenden Schmerzen, Blutungen oder Gefühlsstörungen sprechen Sie bitte sofort mit Ihrem Operateur. Auch bei allen andere n Unklarheiten setzen Sie sich bitte umgehend mit Ihrem Arzt in Verbindung.
In regelmäßigen Abständen wird der Heilungsverlauf kontrolliert. Die Drainagen werden innerhalb der ersten Tage nach der Operation entfern t. Die Hautfäden werden innerhalb der ersten drei Wochen gezogen.
Nach wenigen Tagen können die Verbände entfernt werden. Es wird empfohlen, in den ersten 3-6 Wochen nach der Operation einen eng anliegenden, stützenden BH zur Milderung der Schwellungen in der Brust und ungestörten Heilung zu tragen.
Die Narben werden einige Monate lang verhärtet und rötlich erscheinen. Danach werden sie nach und nach blasser und unauffälliger. Die Narbenreifung kann durch geeignete Cremes unterstützt werden. Um Pigmentveränderungen zu vermeiden, sollten Sie die Narben mindestens 6 Monate nicht der Sonne aussetzen.
Blutergüsse und Schwellungen vergehen zum größten Teil innerhalb der ersten zwei Wochen. Bei manchen Patienten kann die Abschwellung länger dauern, eine leichte Schwellneigung kann - insbesondere bei warmer Witterung - noch einige Monate bestehen.
Anstrengende Aktivitäten sollten Sie in den ersten Wochen nach der Operation vermeiden. Sie sollten es unbedingt vermeiden in den ersten 3-4 Wochen schwere Gegenstände oder die Arme über Schulterhöhe zu heben, da sonst starker Zug auf die Hautnähte ausgeübt wird und die Wundheilung beeinträchtigt wird. Ab wann Sie arbeiten bzw. Ihre übrigen gewohnten Aktivitäten wieder aufnehmen können, beraten Sie am besten mit Ihrem Operateur.
Ihre Brüste werden anfänglich druckempfindlich sein. In der Regel ist dies spätestens drei bis vier Wochen nach der Operation bereits vorüber.
Eine leichte Ängstlichkeit oder sogar Traurigkeit kann nach der Operation auftreten. Diese Gefühle hängen mit den unangenehmen Begleiterscheinungen der Operation zusammen und auch mit der Erwartungsspannung bei der Erwartung, wie das Ergebnis des Eingriffs endgültig aussehen wird. Bei fortschreitender Heilung, wenn Sie sich immer besser fühlen, werden diese Gefühle schnell vergehen.
Zur Körperpflege: Nach der Entfernung der Wunddrainagen können Sie duschen, auf warme Vollbäder im Bereich des Wundgebiets sollte einige Wochen lang verzichtet werden. Welche Hautpflege Sie verwenden, sollten Sie im Einzelfall besprechen. Es kann sinnvoll sein, bei Schwellung en oder Blutergüssen entsprechend wirksame Salben oder Cremes zu verwenden.
Nach wenigen Tagen können Sie einen ersten Eindruck von der neuen Form Ihrer Brüste bekommen, allerdings sind sie oft noch sehr geschwollen, sodass man in der Regel einige Wochen abwarten muss, um das Ergebnis gut einschätzen zu können. Das endgültige Ergebnis wird sich nach drei bis sechs Monaten zeigen. Ihr Arzt wird sein Bestes tun, um die entstehenden Narben so schmal und unauffällig wie möglich zu machen. Narben können aber nicht unsichtbar gemacht werden, sie können anfänglich noch rot und wulstig, später blass und schmal sein. Die modernen Operationsverfahren erzielen in der Regel eine unauffällige Platzierung der Narben, sodass Sie auch tief dekolletierte Kleider tragen können. In einigen Fällen kann das Operationsergebnis durch eine Narbenkorrektur nach sechs bis zwölf Monaten noch verbessert werden.
Die meisten Frauen sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Operation und genießen ihr neues Aussehen. Besonders wenn Ihre Erwartung en vor der Operation im Bereich des realistisch Machbaren lagen und die Operation problemlos verlaufen ist, werden Sie sich nun über ein geglücktes Ergebnis freuen können.
Eine erneute Bruststraffung ist in der Regel ohne Probleme möglich. Nach einigen Jahren kann sich das Ergebnis der ersten Operation durch die bekannten Faktoren verschlechtert haben und eine Wiederholung der Operation gewünscht werden. Wenn Sie eine Korrektur einer erst vor kurzem erfolgten Operation möchten, sollte zunächst das Endergebnis der vorausgegangenen Operation abgewartet werden.
Bitte denken Sie daran, dass auch nach einer erfolgreichen Operation Ihr Plastischer Chirurg möglicherweise regelmäßige Wiedervorstellungstermine mit Ihnen vereinbaren wird, um das Langzeitergebnis der Operation zu beurteilen. Sollten Sie zu irgendeinem Zeitpunkt weitere Fragen haben, dann treten Sie in Kontakt mit Ihrem Operateur.
Die Bruststraffung ist eine Operation, die im Regelfall zur Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes dient. Daher werden die Kosten von den Krankenversicherungen meist nicht übernommen.